Metlivi Blog

Wie Sie dafür sorgen, dass sich Neueinsteiger bei ihrem ersten Gruppentreffen willkommen fühlen

Wenn jemand aus Ihrem Freundeskreis eine neue Person zu einer lockeren Gruppenaktivität mitbringt, gestalten Sie die erste Stunde so, dass man ihr leicht folgen und problemlos mitmachen kann. Begrüßen Sie die Person mit Namen, stellen Sie sie einigen Leuten mit gemeinsamen Interessen vor, erklären Sie die organisatorischen Abläufe in aller Kürze und bieten Sie ihr eine ungezwungene Möglichkeit, sich einzubringen. Formulieren Sie Einladungen konkret und unverbindlich: „Möchtest du in dieser Runde mitspielen?“ funktioniert besser, als die Teilnahme wie eine Prüfung wirken zu lassen. Das Ziel ist eine angenehme Aktivität, bei der jeder selbst entscheiden kann, wie sehr er sich einbringen möchte.

09. Oktober 20269 Min. LesezeitBeziehungen & LebensphasenVon Metlivi Editorial Team
Abschnitt 1

Machen Sie den Ablauf schon vor dem Treffen leicht vorstellbar

Senden Sie der neuen Person die praktischen Details direkt zu: Treffpunkt, Beginn der Aktivität, voraussichtliche Dauer und was genau geplant ist. Findet das Treffen an einem weitläufigen Ort statt, nennen Sie den genauen Eingang oder einen leicht zu findenden Orientierungspunkt. Weisen Sie auf eventuell benötigte Dinge hin und teilen Sie mit, ob Essen, Eintrittskarten oder Ausrüstung erforderlich sind. Klare Erwartungen ermöglichen es jedem zu entscheiden, ob der Plan passt, und anzukommen, ohne erst mühsam die Gruppengewohnheiten entschlüsseln zu müssen.

Ändert sich der Plan, schicken Sie ein kurzes Update. Zum Beispiel: „Wir treffen uns um 18:30 Uhr am Nordeingang und laufen dann gemeinsam zum Food-Court. Wir bleiben voraussichtlich bis etwa 20:00 Uhr. Du musst nichts mitbringen.“ Ein Leitfaden der University of Florida zur Durchführung von Programmen empfiehlt, den Ablaufplan sowie praktische Informationen zu Räumlichkeiten und Pausen vorab zu teilen, damit Personen, die mit dem Format noch nicht vertraut sind, wissen, was sie erwartet. Überträgt man diesen Gedanken auf ein lockeres Treffen, bedeutet das: Erklären Sie die Grundlagen, bevor danach gefragt werden muss. UF/IFAS, „Anticipating and Solving Common Challenges in Planning and Delivering Educational Programs“

Bieten Sie eine unkomplizierte Möglichkeit an, zueinander zu finden: „Schreib mir einfach, wenn du da bist, dann hole ich dich draußen ab.“ Verzichten Sie auf Versprechungen darüber, wie schnell der Funke in der Gruppe überspringen oder wie viel Spaß man haben wird. Eine herzliche, klare Einladung spricht für sich; die Person kann selbst entscheiden, ob sie kommt und wie lange sie bleibt.

Abschnitt 2

Begrüßen Sie die Person zeitnah und stellen Sie andere mit Namen vor

Halten Sie bei der Ankunft kurz inne, um Hallo zu sagen und eine erste Orientierung zu geben. Wenn Sie gerade in ein Gespräch vertieft sind, beziehen Sie die neue Person gleich in die Begrüßung ein, anstatt sie warten zu lassen, während Sie weiterreden. Ein einfaches „Schön, dass du da bist“ verleiht dem Empfang eine persönliche Note, ohne das Eintreffen zu einem förmlichen Akt zu machen.

Stellen Sie die Person lieber zwei oder drei Leuten auf einmal vor, statt die Namen der gesamten Gruppe aufzuzählen. Geben Sie einen kleinen Kontext mit auf den Weg, an den sich ein Gespräch anknüpfen lässt: „Das ist Jordan; Jordan spielt heute bei den Brettspielen mit. Casey hat das Spiel mitgebracht, das wir gleich ausprobieren.“ Geben Sie beiden Seiten anschließend Raum, das Gespräch fortzuführen. Wenn Sie unsicher sind, ob persönliche Details passend sind, beschränken Sie sich einfach auf Namen und die Aktivität.

Der praktische Willkommensleitfaden der Scouts empfiehlt, neue Mitglieder den anderen in der Gruppe vorzustellen, zu erklären, wo wichtige Dinge zu finden sind, und Neuzugängen den Freiraum zu geben, andere im eigenen Tempo kennenzulernen. Auch wenn dieser Leitfaden für Jugendgruppen verfasst wurde, lassen sich diese Schritte hervorragend auf Treffen unter Erwachsenen übertragen: Machen Sie die ungewohnte Umgebung überschaubar, stellen Sie den Kontakt zu einigen Leuten her und überlassen Sie es dann der Person selbst, wie intensiv sie sich unterhalten möchte. Scouts, „Welcoming a New Member“

Abschnitt 3

Erklären Sie gängige Abkürzungen der Gruppe und den grundlegenden Ablauf

In Gruppen schleifen sich Gewohnheiten ein, die Stammgästen kaum noch auffallen: wo bestellt wird, wie Teams eingeteilt werden, ob nach Hausregeln gespielt wird oder wann üblicherweise eine Pause eingelegt wird. Erklären Sie die ein, zwei Details, die im Moment wichtig sind. Sparen Sie sich lange Geschichten aus der Gruppenhistorie, es sei denn, die Person fragt ausdrücklich danach.

Geben Sie vor einem Spiel einen kurzen Überblick über das Ziel und den ersten Spielzug. Weisen Sie bei einem ungezwungenen Abendessen darauf hin, ob getrennt bestellt oder das Essen geteilt wird. Beschreiben Sie bei einem Spaziergang die Route und eventuelle Zwischenstopps. Wenn Neueinsteiger zunächst eine Runde zuschauen können, erwähnen Sie das. „Wir spielen eine Proberunde, und du kannst einsteigen, wann immer du möchtest“ verdeutlicht den Ablauf, ohne die Person unter Druck zu setzen.

Gehen Sie nicht davon aus, dass jemand, der ruhig ist, die Erklärung nicht verstanden hat oder besondere Aufmerksamkeit braucht. Lassen Sie Raum für Fragen, beantworten Sie diese verständlich und haken Sie nach Beginn der Aktivität einmal kurz nach. Eine hilfreiche Formulierung ist: „Soll ich die Regel noch mal erklären oder passt alles?“ Das bietet Unterstützung an, überlässt der Person aber die Entscheidung.

Abschnitt 4

Wählen Sie eine Aktivität mit ungezwungenen Einstiegsmöglichkeiten

Eine gemeinsame Aktivität kann Gespräche erleichtern, da man sich auf etwas Geteiltes konzentrieren kann. Wählen Sie etwas mit einem unkomplizierten Einstieg und flexibler Beteiligung: ein lockeres Essen, ein vertrautes Karten- oder Brettspiel, ein entspannter Spaziergang oder eine praktische Hobbyrunde. Hat die Gruppe mehrere Optionen zur Auswahl, erklären Sie diese und lassen Sie die neue Person mitreden – ohne ihr jedoch die Entscheidung für alle aufzubürden.

In einer kleinen Gruppe kann eine Aktivität mit festen Rollen oder Zügen den Einstieg erleichtern: Karten austeilen, eine Playlist aussuchen, die nächste Route bestimmen oder bei der nächsten Runde mitmachen. Vermeiden Sie es, einer neuen Person ungefragt eine exponierte Rolle zuzuweisen. Bieten Sie ihr stattdessen eine einfache Wahl an: „Möchtest du ein Spiel aussuchen, oder fangen wir einfach mit diesem hier an?“

Bei größeren Treffen können kleinere Gesprächsrunden dafür sorgen, dass man sich besser versteht und leichter zu Wort kommt. Ein Leitfaden der University of Wisconsin–Madison für moderierte Community-Gespräche empfiehlt Tische mit vier bis sechs Personen als praktikable Gruppengröße. Diese Zahl bezieht sich zwar auf ein bestimmtes Veranstaltungsformat und ist keine starre Regel für jedes gesellige Treffen, der zugrunde liegende Planungsansatz ist jedoch nützlich: Halten Sie Gruppen so klein, dass Unterhaltungen mühelos möglich sind und man sich problemlos bewegen kann. UW–Madison, „Launching Inclusive Efforts Through Community Conversations“

Abschnitt 5

Laden Sie zum Mitmachen ein, ohne eine Pflicht daraus zu machen

Machen Sie konkrete, kurze Angebote, die man leicht ablehnen kann. Probieren Sie es mit: „Wir bestellen Snacks; möchtest du auch etwas?“, „Ein paar von uns spielen noch eine Runde. Bist du dabei?“ oder „Wir gehen kurz an die frische Luft – komm gerne mit, wenn du magst.“ So weiß die neue Person genau, worauf sie sich einlässt.

Lehnt die Person ab, akzeptieren Sie das, ohne eine Begründung zu verlangen. Führen Sie das Treffen normal fort und halten Sie die Tür für eine spätere Einladung offen. Stellen Sie die Person nicht wiederholt bloß und machen Sie ihre Antwort nicht zum Thema der ganzen Gruppe. Wenn sie lieber eine Weile zuhören möchte, binden Sie sie ganz natürlich ins Gespräch ein und überlassen Sie es ihr, ob sie etwas sagen möchte.

Achten Sie darauf, ob Unterhaltungen ausgeglichen verlaufen. Erzählt eine Person eine lange Geschichte, können Sie andere mit einer offenen Frage zum aktuellen Thema einbinden: „War sonst schon mal jemand dort?“ Vermeiden Sie es, Fragen nur deshalb an die neue Person zu richten, weil sie neu ist. Der Moderationsleitfaden der UW–Madison empfiehlt, dass Tischmoderatoren alle zum Mitreden ermutigen und kurze Vorstellungsrunden anregen. Auf ein privates Treffen unter Freunden übertragen bedeutet das: Raum für Gespräche schaffen, ohne von irgendjemandem einen Auftritt zu verlangen.

Abschnitt 6

Praktische Details klar kommunizieren

Weisen Sie frühzeitig auf praktische Grundlagen hin: wo Jacken oder Taschen abgelegt werden können, wie man an Getränke kommt, wo die Toiletten sind oder wie bezahlt wird. Diese kleinen Hinweise ersparen es der neuen Person, ein Gespräch unterbrechen zu müssen, um nachzufragen. Gibt es eine feste gastgebende oder organisierende Person, stellen Sie diese vor, damit klar ist, an wen man sich wenden kann.

Geben Sie genaue Auskunft über Kosten und Organisation, sobald Ihnen diese bekannt sind. Zum Beispiel: „Die Bowlingbahn teilen wir unter allen auf, die mitspielen; Essen zahlt jeder selbst“ oder „Die Museumstickets sind schon gebucht, danach können wir optional noch ins Café gehen.“ Kennzeichnen Sie Schätzungen als solche und nicht als feste Zusagen. Wenn Sie eine Antwort nicht wissen, sagen Sie es offen und helfen Sie dabei, bei der zuständigen Person nachzufragen.

Überlegen Sie, ob Ort und Aktivität für die Gruppe geeignet sind. Ein Veranstaltungsort, der leicht zu finden ist, ausreichend Platz für die geplante Aktivität bietet und gute Bewegungsfreiheit lässt, erleichtert das Ankommen und Mitmachen. Der Leitfaden der UW–Madison betont ebenfalls eine klare Wegbeschreibung, eine Empfangsperson bei schwer auffindbaren Räumen sowie eine Raumaufteilung, die es allen ermöglicht, einander zu hören und sich frei zu bewegen. Für ein Treffen unter Freunden reichen die wesentlichen Grundlagen: verlässliche Wegbeschreibungen geben, einen gut erreichbaren Treffpunkt wählen und dafür sorgen, dass niemand raten muss, wo die anderen geblieben sind.

Abschnitt 7

Einmal kurz nachhaken – und das Treffen dann seinen Lauf nehmen lassen

Geben Sie der neuen Person etwas Zeit zum Ankommen und erkundigen Sie sich dann unaufdringlich nach ihrem Befinden: „Wie läuft das Spiel – soll ich die Regeln kurz zusammenfassen?“ oder „Möchtest du lieber hierbleiben oder zu den anderen rübergehen?“ Eine Frage mit direktem Bezug zur aktuellen Aktivität ist leichter zu beantworten als die pauschale Bitte um ein Zwischenfazit zum Abend. Halten Sie es kurz und weichen Sie der Person nach der Antwort nicht ständig von der Seite.

Wirkt jemand unsicher, wie er in ein Gespräch einsteigen soll, stellen Sie ihn vor oder verknüpfen Sie das Thema mit etwas, das die Person zuvor erwähnt hat. Treten Sie danach wieder einen Schritt zurück. Wenn sie gut ins Gespräch eingebunden ist, lassen Sie sie gewähren, ohne sie ständig im Auge zu behalten. Der Leitfaden der Scouts rät ausdrücklich dazu, neuen Mitgliedern sowohl Freiraum zu geben als auch regelmäßig nach ihnen zu sehen; diese Balance ist auch bei einem geselligen Treffen unter Erwachsenen entscheidend. Scouts, „Welcoming a New Member“

Abschnitt 8

Mit einer offenen, konkreten Einladung abschließen

Verabschieden Sie sich zum Ende des Treffens persönlich und erwähnen Sie etwas Konkretes, das Ihnen gefallen hat: „Schön, dass du das neue Spiel mit uns ausprobiert hast.“ Wenn sich die Gruppe voraussichtlich wieder trifft, laden Sie die Person zum nächsten Termin mit konkreter Aktivität und Zeitangabe ein. Zum Beispiel: „Ein paar von uns testen nächsten Samstagnachmittag das neue Café. Soll ich dir die Details schicken?“

Eine künftige Einladung sollte keine Verpflichtung voraussetzen. Sagt die Person zu, lassen Sie ihr die Informationen zukommen. Ist sie unsicher oder lehnt ab, reagieren Sie herzlich und belassen Sie es dabei. Ein gelungenes erstes Treffen gibt Neueinsteigern genügend Orientierung zum Mitmachen, ein paar echte Anknüpfungspunkte und den Raum, die Aktivität auf ihre ganz eigene Weise zu genießen.

Abschnitt 9

Eine einfache Checkliste für Gastgeber

Vor der Ankunft: Schicken Sie Ort, Uhrzeit, Ablauf und wichtige Details zu Kosten oder Ausrüstung. Beim Treffen: Begrüßen Sie die Person, stellen Sie sie einigen Leuten vor, erklären Sie den unmittelbaren Ablauf und bieten Sie eine konkrete Möglichkeit zum Mitmachen an. Während der Aktivität: Haken Sie einmal kurz nach, sorgen Sie für leicht zugängliche Informationen und akzeptieren Sie ein Nein ohne Druck. Am Ende: Verabschieden Sie sich und sprechen Sie eine klare, unverbindliche Einladung für das nächste Mal aus.

Diese Schritte sind bewusst überschaubar gehalten. Sie sind nicht dafür verantwortlich, jedes einzelne Gespräch zu steuern; Sie können jedoch dafür sorgen, dass die Umgebung verständlich, das Willkommen persönlich und die Teilnahme freiwillig ist. Das gibt neuen Personen eine faire Chance, genau die Aktivität zu genießen, für die die Gruppe zusammengekommen ist.

Abschnitt 10

Quellen

UF/IFAS, „Anticipating and Solving Common Challenges in Planning and Delivering Educational Programs“
Scouts, „Welcoming a New Member“
UW–Madison, „Launching Inclusive Efforts Through Community Conversations“
Weitere Artikel

Dieses Thema weiter erkunden