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Wie viel von einem Linolschnitt-Design sollten Sie vor dem Schnitzen zeichnen?

Zeichnen Sie bei einem ersten kleinen Linolschnitt so viel vor, dass die Hauptformen, die zu entfernenden Bereiche und alle Details, die an einer bestimmten Stelle liegen müssen, erkennbar sind. Sie müssen nicht jede Texturmarkierung vorzeichnen. Ein sinnvoller Endpunkt ist erreicht, wenn Sie erkennen können, was für den Druck erhaben bleibt, was weggeschnitzt wird und ob das spiegelverkehrte Motiv auf dem Papier richtig wirkt.

15. Oktober 20266 Min. LesezeitVon Metlivi Editorial Team
Abschnitt 1

Was sollte die Zeichnung festlegen, bevor Sie schnitzen?

Ein Linolschnitt wird in zwei Arten von Flächen geplant: erhabene Bereiche, die Farbe aufnehmen und drucken, und weggeschnittene Bereiche, die das Papier unbedruckt lassen. Vor dem Schnitzen sollte Ihre Zeichnung diese Unterteilung deutlich machen. Skizzieren Sie die äußere Silhouette des Motivs sowie die wesentlichen inneren Begrenzungen und markieren Sie anschließend die Negativräume, die Sie entfernen möchten. Die vom Stanley Museum der University of Iowa beschriebenen Schritte für den Hochdruck beginnen ebenfalls mit einer Skizze und dem Übertragen, woraufhin zunächst die allgemeinen Linien des Bildes geschnitzt werden, bevor feine Details und überschüssige Leerflächen folgen. Stanley Museum of Art, University of Iowa: DIY Block Printing

Eine Zeichnung, die lediglich die Umrisse des Motivs zeigt, lässt möglicherweise eine entscheidende Frage offen: Auf welcher Seite jeder Linie befindet sich die druckbare Form? Fügen Sie einfache Schattierungen, Beschriftungen oder eine zweite Version hinzu, in der die weggeschnittenen Flächen ausgefüllt sind, damit Sie das Design als kleines Schwarz-Weiß-Bild überprüfen können. Dies ist besonders hilfreich, wenn eine Linie zwei Formen trennt, die beide erhaben bleiben müssen.

Abschnitt 2

Wann reicht eine grobe Skizze aus?

Eine lockere Skizze kann für ein einfaches Motiv mit klarer Silhouette ausreichen, beispielsweise für ein Blatt, eine Tasse oder eine markante geometrische Form. Wenn das Motiv fehlerverzeihend ist und Sie sich beim Improvisieren wohlfühlen, markieren Sie lediglich die Außenkante und die wenigen inneren Schnitte, die es definieren. Manche Kunstschaffende zeichnen direkt auf den Druckstock, während andere zunächst auf Papier planen, um festzulegen, welche Bereiche intakt bleiben; in der Praxis werden beide Ansätze genutzt. Heather Allen: How to Create a Linocut

Verwenden Sie eine vollständigere Zeichnung, wenn das Design von exakten Abständen oder präziser Platzierung abhängt: feine Schriftzüge, eine Bordüre, ein Gesicht, ein Rapportmuster oder eine Gruppe von Objekten, die klar voneinander getrennt bleiben müssen. Arbeiten Sie diese Elemente auf Papier detailliert aus, bevor Sie sie übertragen. Dies ist ein praktischer Weg, um vermeidbare Korrekturen nach Beginn des Schnitzens zu reduzieren, da beim Schnitzen Material vom Block abgetragen wird.

Abschnitt 3

Wie viele Details sollten Sie einfügen?

Zeichnen Sie Details ein, die die Struktur des Drucks beeinflussen – nicht jede einzelne Spur, die Sie mit dem Werkzeug setzen könnten. Berücksichtigen Sie schmale Zwischenräume, kleine Inseln erhabenen Materials und jede Kontur, die das Motiv vom Hintergrund abhebt. Betrachten Sie optionale Texturen – wie etwa kurze Striche in einem Blatt oder unregelmäßige Strukturen am Himmel – als Entscheidungen, die Sie während des Schnitzens treffen können.

Werkzeuggröße und Plattenmaterial setzen Grenzen dafür, wie fein ein Element ausfallen kann. Heather Allen weist darauf hin, dass einfache Schnitzwerkzeuge filigranen Designs Grenzen setzen, während unterschiedliche Klingenformen verschiedene Schnittspuren ermöglichen. Vergleichen Sie zur praktischen Überprüfung ein geplantes Detail mit dem Linolschnittmesser, das Sie voraussichtlich verwenden werden: Wenn es deutlich schmaler ist als der Schnitt, den Sie kontrolliert ausführen können, vereinfachen Sie es oder vergrößern Sie die umliegenden Formen. Heather Allen: How to Create a Linocut

Abschnitt 4

Wie überprüfen Sie das Design vor der Übertragung?

Verkleinern Sie die Zeichnung zunächst auf die Größe des Druckstocks und betrachten Sie sie aus einer Armlänge Entfernung. Wenn die Hauptform verloren geht oder zwei Bereiche ineinander übergehen, vereinfachen Sie das Design, solange Änderungen noch unkompliziert sind. Führen Sie anschließend eine schnelle Positiv-Negativ-Prüfung durch: Markieren Sie die Teile, die dunkel gedruckt werden sollen, und jene, die papierfarben bleiben. Dies dient als Planungshilfe bei der Gestaltung, nicht als Garantie dafür, wie der finale Druck aussehen wird; Druckfarbe, Anpressdruck, Papier und Schnitzentscheidungen können das Ergebnis beeinflussen.

Prüfen Sie als Nächstes, ob die Zeichnung auf die nutzbare Fläche des Blocks passt, einschließlich eines eventuell gewünschten Randes um das Motiv. Enthält Ihr Entwurf Buchstaben, Zahlen oder ein richtungsgebundenes Motiv, spiegeln Sie ihn vor der Übertragung. Ein Hochdruck erscheint als Spiegelbild des Blocks; der Leitfaden der University of Iowa empfiehlt, das Motiv vor dem Übertragen auf das Linoleum zu spiegeln. Stanley Museum of Art, University of Iowa: DIY Block Printing

Abschnitt 5

Was sollte auf den Druckstock selbst übertragen werden?

Übertragen Sie so viele Hilfslinien, dass die unumkehrbaren Schnitte geführt werden können: die Außenkontur, die Grenzen zwischen zentralen Formen und die Kanten wesentlicher wegzuschneidender Flächen. Bei komplexeren Entwürfen sollten Sie die detailliertere Zeichnung übertragen, um sich nicht auf das Gedächtnis verlassen zu müssen. Bei einem einfachen Entwurf genügen oft schon wenige klare Orientierungslinien; Texturen können Sie beim Schnitzen hinzufügen.

Ganz gleich, ob Sie freihändig zeichnen oder vom Papier übertragen: Sorgen Sie dafür, dass die Linien gut sichtbar sind, um ihnen problemlos folgen zu können. Das Stanley Museum beschreibt das Durchpausen eines gespiegelten Papierentwurfs auf den Block mithilfe von Graphit auf der Rückseite; in einer Bastelanleitung wird zudem das direkte Zeichnen oder die Verwendung von Graphit-Transferpapier beschrieben. Wählen Sie eine Übertragungsmethode, die dafür sorgt, dass Ihre Hilfslinien auf Ihrem spezifischen Druckstock gut lesbar bleiben. Stanley Museum of Art, University of Iowa: DIY Block Printing Ben Franklin Crafts: How to Block Printing

Abschnitt 6

Was können Sie bis zum Schnitzen offenlassen?

Lassen Sie Raum für kleine, nicht essenzielle Texturen und Unregelmäßigkeiten, die die Lesbarkeit des Designs nicht beeinträchtigen. Eine vollständig ausgearbeitete Zeichnung kann bei präzisen Arbeiten hilfreich sein, ist jedoch keine feste Regel für jeden Druck: Allen empfiehlt, beim Schnitzen unerwartete Spuren zuzulassen, anstatt sich starr an die Skizze zu halten. Heather Allen: How to Create a Linocut

Halten Sie eine Referenzskizze griffbereit, wenn Sie improvisieren möchten. Bürsten Sie nach einigen Schnitten lose Partikel weg und vergleichen Sie den Block mit der Zeichnung. Die Anleitung von Ben Franklin Crafts beginnt mit dem Wegschneiden des Hintergrunds, der nicht gedruckt werden soll, während die Anleitung der Universität vorschlägt, von allgemeinen Linien zu kleineren Details überzugehen. Zusammengenommen unterstützen diese Schritte eine praxisnahe Abfolge: Legen Sie zuerst die großen hellen und dunklen Flächen fest und entscheiden Sie anschließend, ob zusätzliche Details dem Bild noch dienlich sind. Ben Franklin Crafts: How to Block Printing Stanley Museum of Art, University of Iowa: DIY Block Printing

Abschnitt 7

Ein kurzer Check vor dem Schnitzen

Vergewissern Sie sich vor dem Ansetzen des Schnitzmessers, dass das Design auf den Druckstock passt, die wichtigen Formen im Druckformat erkennbar sind und Ihnen klar ist, welche Bereiche erhaben bleiben sollen. Überprüfen Sie das gespiegelte Bild, falls die Ausrichtung eine Rolle spielt. Wenn ein geplantes Detail zu klein für Ihr Werkzeug erscheint oder sich nur schwer als erhaben oder weggeschnitten definieren lässt, überarbeiten Sie diesen Teil zunächst auf Papier.

Das richtige Maß an Vorzeichnung ist daher jenes, das folgenreiche Entscheidungen festlegt, während es bei optionalen Linien und Texturen Spielraum lässt. Bei einem einfachen Motiv können dies eine Silhouette und einige wenige Innenkonturen sein. Bei einem detailreichen oder textlastigen Motiv kann es sich um eine vollständig ausgearbeitete, gespiegelte Vorlage handeln. Sobald Sie das Motiv in Schwarz-Weiß klar erfassen und die Schnitte identifizieren können, die es definieren, hat die Skizze ihren Zweck erfüllt.

Abschnitt 8

Quellen

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