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DIY-Schöpfrahmen und Deckel mit Siebgewebe für feinere Papierbögen selber machen

Um einen Schöpfrahmen mit Deckel zu bauen, der feinere Pulpe zurückhält, spannen Sie ein feines, gleichmäßig gewebtes Siebgewebe über einen Rahmen und verwenden einen passenden offenen Rahmen als Deckel. Die Wahl des Siebgewebes bestimmt, was auf dem Sieb verbleibt und wie schnell das Wasser abfließt; sie legt die Dicke des Papierbogens nicht allein fest. Diese Anleitung richtet sich an Papiermacher für zu Hause, die kleine Bögen aus Recyclingpapier oder fertiger Pulpe herstellen möchten, und bietet eine praktische Möglichkeit, das Siebgewebe vor dem eigentlichen Bau auszuwählen und zu testen.

15. Oktober 20267 Min. LesezeitVon Metlivi Editorial Team
Abschnitt 1

Welche Funktion Schöpfrahmen, Deckel und Siebgewebe jeweils haben

Der Schöpfrahmen (Mould) ist der mit einem Sieb bespannte Rahmen: Die Pulpe setzt sich auf dem Gewebe ab, während das Wasser abfließt. Der Deckel (Deckle) ist ein zweiter, offener Rahmen, der oben aufliegt und die Pulpe an den Rändern des Bogens begrenzt. Ein Siebgewebe mit kleineren Öffnungen kann mehr feines Material zurückhalten, aber ein langsamerer Wasserabfluss kann die gleichmäßige Blattbildung erschweren. Das Ergebnis hängt zudem von der Pulpe und der abgelagerten Fasermenge ab. Eine Anleitung zur Papierherstellung beschreibt, dass die Dicke des Bogens über die verwendete Pulpemenge und nicht allein über das Sieb verändert wird. A.M.M. Murugappa Chettiar Research Centre, Ecofriendly Handmade Paper Making

Für dieses Projekt bedeutet „feiner“ ein gleichmäßigerer Bogen mit weniger sichtbaren Lücken, die dadurch entstehen, dass Fasern durch ein zu grobes Sieb entweichen. Ein feineres Siebgewebe kann jedoch aus grober Pulpe keine fein gemahlenen Fasern machen, und kein Siebgewebe eignet sich optimal für jedes Material. Betrachten Sie die Auswahl des Siebgewebes als ein Abwägen zwischen Faserrückhalt, Entwässerung und den Fasern, die Sie verwenden möchten.

Abschnitt 2

Siebgewebe anhand der vorhandenen Pulpe testen und auswählen

Beginnen Sie mit einem robusten, synthetischen Siebgewebe, wie es für Fliegengitter oder das Papierschöpfen angeboten wird. Eine Anleitung für Einsteiger nutzt feines Fliegengittergewebe über einem gröberen Drahtgitter (Hardware Cloth) als Stützschicht; eine andere Ressource zur Papierherstellung empfiehlt Nylongewebe mit 50 Maschen pro Zoll für ihre Konstruktion von Schöpfrahmen und Deckel. Dies sind Beispiele und keine allgemeingültigen Vorgaben: Materialien und Maschenweiten variieren, und die letztgenannte Quelle beschreibt eine spezifische Vorrichtung statt eines Leistungsvergleichs verschiedener Siebgewebe. Hand Papermaking, Constructing a Basic Mould and Deckle, A.M.M. Research Centre

Wenn möglich, testen Sie ein kleines Stück des infrage kommenden Siebgewebes mit der nassen Pulpe, die Sie tatsächlich verwenden. Halten oder befestigen Sie es über einem Behälter, verteilen Sie etwas Pulpe darauf und prüfen Sie, ob das Wasser abläuft, während das Faservlies oben bleibt. Vergleichen Sie zwei Optionen unter denselben Bedingungen. Wählen Sie das Gewebe, das die Pulpe zurückhält und das Wasser so zügig abfließen lässt, dass Sie sie noch gut verteilen können. Dies ist ein praxisnaher Vortest, keine standardisierte Gewebebewertung.

Sehr feiner Stoff wie Tüll kann zur Stabilisierung über ein stärkeres, offenmaschigeres Nylongewebe gelegt werden, doch zusätzliche Lagen können den Wasserabfluss verlangsamen. Eine DIY-Anleitung zur Papierherstellung berichtet von der Nutzung dieser Anordnung; daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Tüll oder mehrlagige Gewebe für jede Pulpe optimal sind. Joyberry Studios, How to Make a DIY Mold and Deckle

Abschnitt 3

Materialien beschaffen und Bogenformat festlegen

Sie benötigen zwei ähnliche, stabile Rahmen; feines Siebgewebe; ein gröberes Stützgewebe, falls die feine Schicht Halt benötigt; einen Tacker samt Tackerklammern; eine für Ihr Gewebe geeignete Schere oder Zange; und Klebeband zum Abdecken der Schnittkanten. Wählen Sie für Ihren ersten Bau ein kleines Rahmenformat: Ein größeres, ungestütztes Sieb kann durchhängen. Paperslurry weist darauf hin, dass Schöpfrahmen ab etwa 8 mal 10 Zoll (ca. 20 x 25 cm) zusätzliche Stützen benötigen können; dies ist ein praktischer Erfahrungswert aus einem DIY-Design und keine starre Größengrenze. Paperslurry, Make a Mould and Deckle for Handmade Paper—Cheap, Quick & Dirty

Verwenden Sie Rahmen mit flachen Seiten, die plan aufeinanderliegen können. Deren Innenöffnung bestimmt die ungefähren Maße des Bogens. Wenn die Rahmen aus Holz bestehen und wiederholt nass werden, kann eine Versiegelung die Feuchtigkeitsaufnahme verringern; lassen Sie jede Beschichtung vor der Verwendung vollständig trocknen. Hand Papermaking empfiehlt, Keilrahmen aus Holz mit Polyurethan zu schützen und jede Schicht durchtrocknen zu lassen. Befolgen Sie die Produktanweisungen und bringen Sie die beschichtete Oberfläche erst nach vollständiger Aushärtung mit Pulpe in Berührung. Hand Papermaking

Abschnitt 4

Siebgewebe gleichmäßig auf den Schöpfrahmen spannen

  1. Legen Sie einen Rahmen beiseite; er dient als Deckel. Bestimmen Sie beim anderen Rahmen die flachere Seite; auf dieser Fläche sollte das Siebgewebe befestigt werden, damit der Deckel dicht darauf aufliegen kann.
  2. Schneiden Sie das Siebgewebe größer als den Rahmenausschnitt zu, sodass genügend Überstand zum Greifen und Befestigen am Rahmen bleibt. Wenn Sie eine Stützschicht verwenden, legen Sie das gröbere Stützgewebe direkt auf den Rahmen und das feinere Gewebe darauf, wo die Pulpe aufliegen wird.
  3. Setzen Sie in der Mitte jeder Seite eine Tackerklammer. Ziehen Sie das Gewebe gleichmäßig straff und arbeiten Sie sich dann von den Mitten zu den Ecken vor, wobei Sie die Seiten abwechseln. Vermeiden Sie Falten und übermäßig gespannte Stellen, die das Gewebe verziehen. Das Siebgewebe sollte straff sitzen, aber nicht so stark gespannt werden, dass es sich verformt. Sowohl Hand Papermaking als auch Paperslurry beschreiben das Vorgehen, von der Mitte nach außen zu tackern und das Sieb dabei straff gespannt zu halten. Hand Papermaking, Paperslurry
  4. Schneiden Sie überstehendes Material ab. Kleben Sie scharfe Schnittkanten und Klammerenden mit Klebeband ab und achten Sie darauf, dass kein Band in die Rahmenöffnung hineinragt; Hindernisse an dieser Stelle können den Rand des Bogens verformen. Prüfen Sie vor der Handhabung des Rahmens, dass keine Drahtenden oder Holzsplitter hervorstehen.
Abschnitt 5

Passgenauigkeit des Deckels und Sieboberfläche prüfen

Legen Sie den offenen Rahmen auf den bespannten Schöpfrahmen. Beide Rahmen sollten rund um die Öffnung gleichmäßig und ohne Wackeln oder sichtbare Lücken aufeinanderliegen. Eine schlechte Passform kann dazu führen, dass Pulpe dazwischen entweicht und ausgefranste Ränder entstehen. Dichtungsband aus Schaumstoff auf der Auflagefläche des Deckels ist eine DIY-Option für eine bessere Abdichtung, hebt den Deckel jedoch leicht an und verändert das Kantenprofil. Paperslurry

Betrachten Sie das Sieb auf Augenhöhe. Wenn es in der Mitte durchhängt, spannen Sie es nach oder bringen Sie eine feste Stütze darunter an. Für größere Rahmen schlägt Hand Papermaking ein Lichtraster aus Kunststoff (Egg-Crate) unter dem Sieb vor; die passende Lösung hängt von Rahmenmaße und Stabilität ab. Hand Papermaking

Abschnitt 6

Blattbildung testen und Fehler beheben

Befeuchten Sie den Schöpfrahmen vor dem Schöpfen eines Bogens und führen Sie dann einen kleinen Testschöpfvorgang mit einer gut durchmischten Pulpe-Suspension durch. Halten Sie Schöpfrahmen und Deckel beim Anheben fest zusammen; lassen Sie das Wasser abfließen und beobachten Sie sowohl den Bogen als auch das Sieb. Wenn Fasern durchrutschen, prüfen Sie, ob das Gewebe unbeschädigt ist und die Maschenweite zur Pulpe passt. Läuft das Wasser extrem langsam ab oder steht die Pulpe in ungleichmäßigen Pfützen, versuchen Sie es mit einem durchlässigeren Gewebe oder weniger Lagen und stellen Sie sicher, dass die Pulpe gleichmäßig verteilt und nicht verklumpt ist. Dies sind logische Rückschlüsse aus den beiden Kernfunktionen des Gewebes – Fasern zurückzuhalten und Wasser abzuführen; die Quellen beschreiben die Wahl des Siebs und die Entwässerung, geben jedoch keine Pauschallösung für jede Pulpe vor.

Entsteht ein gleichmäßiger, aber zu dicker Bogen, geben Sie weniger Pulpe in die Bütte oder den Schöpfbecher. Ist er zu dünn oder instabil, verwenden Sie etwas mehr Pulpe und achten Sie auf eine gleichmäßige Schöpfbewegung. Die Anleitung des Forschungszentrums nennt die Pulpemenge explizit als Mittel zur Regulierung der Bogenstärke. Nehmen Sie jeweils nur eine Änderung vor und vergleichen Sie die Testbögen, um festzustellen, ob das Sieb, die Pulpe oder die Schöpftechnik den Unterschied bewirkt hat. A.M.M. Murugappa Chettiar Research Centre

Abschnitt 7

Eine Konstruktion wählen, die sich gut instand halten lässt

Für kleinere Projekte mit Recyclingpapier ist ein straff gespanntes, feines Sieb auf einem stabilisierten Rahmen ein guter Ausgangspunkt. Zeigt der Test, dass brauchbare Fasern durch das Sieb gelangen, testen Sie ein feineres Gewebe; fließt das Wasser kaum ab, greifen Sie auf ein offeneres Sieb zurück oder entfernen Sie eine Lage. Achten Sie darauf, dass der Deckel genau auf den Schöpfrahmen passt, und untersuchen Sie das Gewebe zwischen den Arbeitseinsätzen auf Risse oder gelockerte Klammern. Eine gelungene Konstruktion ist eine, die Ihre gewählte Pulpe zuverlässig zurückhält, das Wasser zügig abführt und plan genug bleibt, um immer wieder gleichmäßige Bögen zu formen.

Abschnitt 8

Quellen

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