Eine fächerübergreifende Behauptung mit vier Evidenzschichten prüfen
Eine überzeugende Aussage zu Geschichte, Naturwissenschaft, Wirtschaft oder Kunst kann mehrere Evidenzarten vermischen. Friere eine Behauptung ein und trenne vier Schichten: direkte Beobachtung, institutioneller Katalog, Primärquelle im Kontext und verlässliche Sekundärerklärung. Die Library of Congress unterscheidet Primärquellen von späteren Darstellungen und nutzt Beobachten, Nachdenken und Fragen. Smithsonian hilft beim Auffinden nachvollziehbarer Objekte, doch ein Eintrag beweist nicht jede Kausaldeutung. Schließe nur mit gestützt, widerlegt oder noch offen und nenne stärksten Beleg sowie Lücke. Notiere vor der Suche, wo die Aussage erschien und ob sie bereits eine Quelle nennt. Nutze weder Trefferzahlen als Beleg noch verrechne verschiedene Schichten zu einem Prozentsatz. Schreibe für jede Schicht, welchen genauen Teil sie stützen oder widerlegen kann. Falls eine Übersetzung nötig ist, bewahre Originalformulierung und Übersetzungsangabe. Gleiche Daten, Namen und Einheiten zwischen Dokumenten ab. Die Schlussfolgerung muss enger als die verfügbare Evidenz bleiben und darf sich bei einem neuen Eintrag ändern. Eine dokumentierte Revision ist besser als Gewissheit aus fehlenden Feldern. Führe zuletzt ein schlichtes Register mit Objekt oder Behauptung, URL, Institution, Zugriffsdatum, Unsicherheitswörtern und nächster Entscheidung. Verändere kein Zitat, damit es zur Synthese passt, und verdecke kein leeres Feld mit allgemeiner Beschreibung. Ist eine Quelle nicht zugänglich, nenne die Grenze und suche eine gleichwertige, ohne eine Lektüre vorzutäuschen. Das Register macht die Arbeit wiederholbar, lässt Fehler korrigieren und trennt neue Information von neuer Deutung. Schreibe außerdem kurz auf, welche Suchbegriffe zum Eintrag führten und welche ausgeschlossen wurden. So bleibt sichtbar, ob die Suche den behaupteten Zeitraum, Ort und Objekttyp tatsächlich abdeckte, statt nur zufällig ähnliche Ergebnisse zu sammeln. Diese Notiz hilft später, die offene Lücke gezielt zu prüfen.
Behauptung und Kriterien festhalten
Kopiere Subjekt, Handlung, Objekt, Ort und Zeit exakt. Teile zusammengesetzte Sätze und wähle eine Behauptung. Schreibe vor der Suche, was sie stützen und was ihr widersprechen würde. Bestimme, ob sie sichtbares Merkmal, Katalogangabe, Absicht, Chronologie, Umfang oder Ursache betrifft.
Schicht eins: direkte Beobachtung
Öffne die beste institutionelle Ansicht und notiere nur Sichtbares oder Lesbares: Material, Etikett, Zahl, Spur, Anordnung und Schaden. Prüfe eine nötige kurze Inschrift. Ein sichtbares Etikett ist nicht automatisch richtig. Vermerke verdeckte Seiten, unlesbaren Text und weitere Grenzen der Ansicht.
Schicht zwei: institutioneller Katalog
Lies Titel, Hersteller, Datum, Material, Herkunft und Hinweise. Erhalte Unsicherheitswörter wie etwa, möglicherweise und zugeschrieben. Suche Bibliografie und Aktualisierungen. Die Institution verantwortet ihre aktuelle Beschreibung, ist aber nicht unfehlbar. Bei Widerspruch bleiben beide Fassungen mit URL und Datum erhalten.
Schicht drei: Primärquelle im Kontext
Finde einen zeitgenössischen Brief, ein Kontobuch, eine Karte, ein Patent, Notizbuch, eine Anzeige oder Akte. Frage, wer sie wann, für wen und wozu schuf. Werbung belegt die Aussage des Verkäufers, nicht die Reaktion aller. Zitiere die relevante Stelle und nenne eine Perspektivgrenze.
Schicht vier: Sekundärerklärung
Wähle eine belegte Erklärung zu gleichem Ort, Zeitraum, Objekttyp und Begriff. Folge mindestens einem Zitat, wenn die Folgerung davon abhängt. Sekundärquellen verbinden Belege, doch sicherer Ton macht sie nicht stärker. Notiere, ob der Autor bestätigt, verengt, bestreitet oder eine andere Frage behandelt.
Einen begrenzten Status zurückgeben
Vergleiche Kriterien und vier Schichten. Nutze gestützt nur bei erforderlichen Belegen ohne entscheidenden Widerspruch, widerlegt bei direktem Konflikt, noch offen bei fehlendem Schlüsselstück. Nicht gefunden bedeutet nicht falsch. Speichere Behauptung, Zugriff, URLs, Zitate, Beobachtung, Status und Lücke.
Häufige Fragen
Ist ein institutioneller Katalog immer richtig?
Er ist verantwortliche Evidenz für die aktuelle Beschreibung; Unsicherheit bleibt sichtbar.
Bedeutet fehlender Beleg, dass die Aussage falsch ist?
Nein. Nutze noch offen, solange kein verlässlicher direkter Widerspruch besteht.
Ersetzt eine Sekundärquelle die Primärquelle?
Nein. Trenne Deutung und prüfe das Primärmaterial, wenn die Aussage davon abhängt.
