Metlivi Blog

Mit Forderungen durchsetzungsstarker Stakeholder umgehen: Beziehungen und Projektgrenzen ausbalancieren

Wenn eine einflussreiche Person etwas Zusätzliches verlangt, klären Sie zuerst das gewünschte Ergebnis. Vergleichen Sie es mit den genehmigten Projektabsprachen, erklären Sie die Auswirkungen zusätzlicher Arbeit und legen Sie die Entscheidung der tatsächlich zuständigen Person vor. Aufmerksam zuzuhören und eine Lieferung zuzusagen sind unterschiedliche Handlungen. Rechtzeitige Antworten, genaues Verständnis und klare Rückmeldungen gehören ebenfalls zur Zusammenarbeit.

07. September 20265 minBeziehungen & LebensphasenVon Metlivi Editorial Team
Abschnitt 1

Eine nachdrückliche Aussage in eine konkrete Anfrage übersetzen

„Das muss unbedingt dazu“ ist noch keine ausführbare Aufgabenbeschreibung. Fragen Sie, wer das Ergebnis in welcher Situation benötigt und welches bereits vereinbarte Ergebnis ohne die Ergänzung betroffen wäre. Klären Sie, ob eine bestehende Anforderung präzisiert, eine unzureichende Lieferung korrigiert oder der Umfang erweitert werden soll. Bereits zugesagte, aber unfertige Arbeit ist keine zusätzliche Anfrage.

Durchsetzungsstark bezeichnet hier die Stellung oder Ausdrucksweise in diesem Gespräch und bewertet keinen Charakter. Notieren Sie die Anfrage, ihren Anlass und den gewünschten Entscheidungstermin. Wird nur eine Umsetzung vorgeschlagen, fragen Sie, ob ein anderer Weg denselben Zweck erfüllen könnte.

Abschnitt 2

Auswirkungen anhand der aktuellen Vereinbarung erklären

Öffnen Sie den bestätigten Umfang, den Liefertermin und die Abnahmekriterien. Benennen Sie zusätzliche oder geänderte Arbeit und die davon betroffenen Zusagen. Sind Aufwand oder Ressourcen noch nicht bewertet, kennzeichnen Sie dies ausdrücklich. Erfinden Sie keine genaue Zahl, nur damit das Gespräch weitergeht. Der Hinweis, das Team sei beschäftigt, erläutert die tatsächliche Entscheidung noch nicht.

Die Association for Project Management beschreibt die Änderungssteuerung als Erfassung und Bewertung von Änderungen einer genehmigten Ausgangsplanung vor Zustimmung, Ablehnung oder Verschiebung. Zu den betrachteten Auswirkungen zählen Umfang, Qualität, Zeit, Ressourcen, Kosten und Risiken. Nutzen Sie das vorhandene Projektverfahren. Ein kleines Vorhaben benötigt kein neu gegründetes Gremium allein wegen einer Änderungsanfrage.

Abschnitt 3

Vergleichbare Möglichkeiten vorstellen

Angenommen, eine für Freitag vorgesehene Veranstaltungsseite soll plötzlich Anmeldestatistiken enthalten. Vergleichen Sie nach Prüfung der Fakten die vereinbarte Lieferung, eine vorläufige Antwort auf den Informationsbedarf mit einem vorhandenen genehmigten Werkzeug sowie eine Änderung von Umfang und Termin für die neue Statistik. Das Beispiel erlaubt keine neuen Werkzeuge oder abweichende Informationsverarbeitung. Jede Möglichkeit muss den tatsächlichen Projektvorgaben entsprechen.

Sie könnten sagen: „Ich verstehe, dass Sie Informationen zu Anmeldungen benötigen. Die Freitagsversion enthält diese Auswertung nicht. Ich prüfe Zusatzaufwand und vorhandene Alternativen und stelle Ihnen morgen Nachmittag die Möglichkeiten vor. Das ist der Termin für die Bewertung, keine Zusage für die neue Funktion.“ So bleibt der Zweck anerkannt und die Zusage eindeutig.

Abschnitt 4

Entscheidungsbefugnis und fachlichen Beitrag unterscheiden

Eine hohe Position, Nachdruck und Genehmigungsbefugnis sind nicht dasselbe. Prüfen Sie dokumentierte Zuständigkeiten und Entscheidungsabsprachen. Ist die Befugnis unklar, lassen Sie diese zuerst durch die Projektleitung klären. Atlassians DACI unterscheidet zwischen dem Vorantreiben einer Entscheidung, ihrer Genehmigung und fachlichen Beiträgen. Diese Unterscheidung kann ein Gespräch klären, ohne das Team neu zu organisieren.

Das Konsultationsprinzip der APM behandelt außerdem Arbeitsbeziehungen, Grenzen, Erfolgskriterien und Übergaben. Muss eine höherrangige Person beteiligt werden, kann der bisherige Projektsponsor bei der Erklärung der Folgen helfen. Ziel ist, Informationen an die richtige Stelle zu bringen. Es geht nicht darum, die anfragende Person durch eine Eskalation bloßzustellen.

Abschnitt 5

Nach der Entscheidung dieselbe Planung verwenden

Nach einer Genehmigung aktualisieren Sie betroffenen Umfang, Termine, Zuständigkeiten und Abnahmedetails. Informieren Sie anschließend die Menschen, die nach dieser Planung arbeiten. Bei Ablehnung halten Sie den aktuellen Grund fest, bei Verschiebung eine Bedingung oder einen Termin zur erneuten Betrachtung. Ein beiläufiges Ja im Gespräch sollte nicht neben einem alten Termin im Aufgabensystem bestehen bleiben.

Bei weiteren Nachfragen zur Geschwindigkeit kehren Sie zu offenen Tatsachen zurück: Welche Bewertung fehlt, wer muss noch entscheiden und wann folgt eine Rückmeldung? Ergänzen Sie keine unerfüllbaren Zusagen. Die Anfrage ist eingeordnet, wenn ihr Status klar ist und Betroffene die aktuelle Fassung kennen. Allgemeine Zufriedenheit mit der Abwägung muss dafür nicht erreicht werden.

Weitere Artikel

Dieses Thema weiter erkunden