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Praktische Grenzen für Telefon- und Arbeitsnachrichten setzen

Um sinnvolle Grenzen für Telefon- und Arbeitsnachrichten zu setzen, bestimmen Sie, wann Sie die einzelnen Kanäle prüfen, welche Mitteilungen eine Unterbrechung rechtfertigen und was das Team tun soll, wenn eine Nachricht nicht warten kann. Konfigurieren Sie anschließend die Telefon- und App-Benachrichtigungen passend zu dieser Vereinbarung. Das Stummschalten von Mitteilungen kann Unterbrechungen verringern, teilt Kolleginnen und Kollegen jedoch nicht mit, wann sie mit einer Antwort rechnen können oder wie sie Sie bei einem echten Notfall erreichen.

27. September 20266 Min. LesedauerZeitmanagement & persönliche EntwicklungVon Metlivi Editorial Team
Abschnitt 1

Beginnen Sie mit einer verlässlichen Reaktionszeit

Wählen Sie ein Antwortmuster, das zu Ihrer Rolle und Ihrem Arbeitstag passt. Sie könnten beispielsweise reguläre Arbeitsnachrichten zu festen Zeiten während Ihrer Arbeitszeit abrufen und dringende Anfragen über einen separaten Kanal beantworten. Außerhalb dieser Zeiten antworten Sie möglicherweise am nächsten Arbeitstag. Dies sind Beispiele und keine universellen Antwortregeln: Besetzung, Arbeitszeiten und Verantwortlichkeiten sind unterschiedlich.

Seien Sie bei drei Dingen präzise: Ihrem regulären Reaktionszeitfenster, Ihren Arbeitszeiten bzw. Ihrer Verfügbarkeit und dem Notfallkanal. Mit Aussagen wie „Ich antworte bald“ lässt sich schwer planen. „Ich lese Chatnachrichten an Arbeitstagen um 10:00 und 14:00 Uhr; rufen Sie bei dringenden Problemen das Diensttelefon an“ vermittelt eine verlässliche Erwartungshaltung – vorausgesetzt, dieser Ablauf und Kanal wurden im Team tatsächlich vereinbart.

Wenn Sie im Schichtdienst arbeiten, sich Bereitschaften teilen oder im Rahmen Ihrer Rolle einen bestimmten Kanal überwachen müssen, stimmen Sie die Grenze mit den zuständigen Kolleginnen und Kollegen oder Führungskräften ab, bevor Sie sich darauf verlassen. Eine persönliche Benachrichtigungseinstellung kann keine Teamverantwortung ersetzen. Der Notfallkanal sollte vom Team tatsächlich anerkannt, überwacht und genutzt werden können; erfinden Sie keinen eigenen Kontaktweg in der Annahme, andere wüssten Bescheid.

Abschnitt 2

Notfallregeln vereinbaren, bevor Sie stummschalten

Definieren Sie, was als dringend gilt – bezogen auf Aufgaben, die nicht bis zu Ihrem nächsten geplanten Nachrichtenabruf warten können. Das Team sollte außerdem festlegen, wer wann abgedeckt ist und welcher Kanal genutzt werden soll. Je nach den tatsächlichen Abläufen im Team kann das ein Anruf, ein Bereitschaftskontakt oder ein anderer überwachter Weg sein. Legen Sie fest, was zu tun ist, wenn die erste Person nicht antwortet. Halten Sie die Regel kurz, damit sie leicht im Gedächtnis bleibt.

Beispielsweise könnte ein Team vereinbaren, dass Routinefragen in den Chat gehören und bis zum nächsten Abruf warten können, während ein Problem, das eine laufende Kundenübergabe betrifft, über die vereinbarte Telefonnummer an die diensthabende Person geht. Dies ist nur ein anschauliches Beispiel und keine Empfehlung, jede Übergabe als Notfall zu behandeln. Jedes Team muss seine eigenen Schwellenwerte und Zuständigkeiten definieren.

Dokumentieren Sie die Vereinbarung dort, wo das Team üblicherweise nach Arbeitsinformationen sucht, und stellen Sie sicher, dass sie zu den tatsächlichen Arbeitszeiten und der Personalbesetzung passt. Halten Sie fest, was an freien Tagen, bei Abwesenheiten und bei Nichterreichbarkeit des Hauptkontakts geschieht. Gibt es keinen überwachten Notfallkanal, sprechen Sie dies an und einigen Sie sich darauf, bevor Sie das Stummschalten von Benachrichtigungen als sicher für zeitkritische Aufgaben betrachten.

Abschnitt 3

Benachrichtigungen passend zur Vereinbarung einrichten

Sobald die Erwartungen an die Reaktionszeiten klar sind, passen Sie die Geräte- und App-Einstellungen an, die steuern, was Sie unterbrechen darf. Die iPhone-Anleitung von Apple beschreibt app-spezifische Benachrichtigungseinstellungen, während die Anleitung zu Fokus erläutert, wie Sie einen Fokus für ausgewählte Personen oder Apps konfigurieren und zeitlich planen (Apple: Benachrichtigungseinstellungen ändern; Apple: Fokus einrichten). Auch die Android-Hilfe erklärt die Steuerung von Benachrichtigungen, einschließlich App-Einstellungen und des Modus „Nicht stören“; die verfügbaren Optionen variieren je nach Smartphone (Google: Benachrichtigungen auf Android steuern).

Ein praktisches Setup könnte Anrufe von bestimmten Personen hörbar lassen, unwichtige App-Mitteilungen während konzentrierter Arbeitsphasen stummschalten und außerhalb der Arbeitszeit ein ruhigeres Profil aktivieren. Wählen Sie Einstellungen erst, nachdem Sie geprüft haben, ob der vereinbarte Notfallkanal die zuständige Person weiterhin erreicht. Wenn der Notfallweg beispielsweise auf Anrufen basiert, testen Sie, ob Ihre aktuellen Einstellungen diesen Anruf durchlassen. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Stummschalten einer App auf einem Gerät automatisch auch alle Mitteilungen auf einem anderen Gerät stummschaltet.

In Arbeits-Apps können Sie Benachrichtigungen nach Aktivität oder Konversation eingrenzen, sofern die App dies unterstützt. Der Microsoft Teams-Leitfaden dokumentiert beispielsweise Optionen zur Verwaltung von Teams-Benachrichtigungen und zur Auswahl der Aktivitätsarten, die Mitteilungen auslösen (Microsoft: Benachrichtigungen in Teams verwalten). App-Einstellungen ändern lediglich, was Sie sehen oder hören; sie schaffen keine verbindlichen Reaktionszeiten, informieren Absender nicht über Ihre Abrufzeiten und garantieren nicht, dass eine dringende Nachricht die richtige Person erreicht.

Abschnitt 4

Eine einfache Entscheidungshilfe

Nutzen Sie diese Schrittfolge, wenn Sie entscheiden möchten, ob Sie eine Mitteilung ändern oder eine Grenze setzen wollen:

Kann diese Nachricht bis zu Ihrem nächsten geplanten Abruf warten? Wenn ja, schalten Sie die Mitteilung stumm oder bündeln Sie sie und teilen Sie mit, wann Sie Nachrichten üblicherweise sichten. Wenn nein, fahren Sie fort.
Hat das Team diese Art von Problem als dringend definiert? Wenn nicht, einigen Sie sich auf Beispiele und einen Schwellenwert, anstatt zu erwarten, dass jeder rät.
Gibt es für den betroffenen Zeitraum einen echten, überwachten Notfallkanal? Wenn ja, halten Sie diesen Kanal offen und klären Sie, wer die Bereitschaft hat. Wenn nein, regeln Sie Vertretung und Kontaktweg, bevor Sie sich darauf verlassen.
Lassen Ihre Einstellungen den Signalweg durch? Überprüfen Sie das jeweilige Gerät sowie die App und testen Sie den Ablauf nach Möglichkeit mit dem Team.
Hat die gesetzte Grenze wie gewünscht funktioniert? Wenn Routinenachrichten Sie weiterhin unterbrechen, passen Sie die Mitteilungen oder den Abrufzeitplan an. Wurde eine dringende Nachricht verpasst, überprüfen Sie gemeinsam den Team-Kontaktweg und die Einstellungen, bevor Sie die Grenze neu anpassen.
Abschnitt 5

Praxisbeispiel: Eine Nachricht nach Feierabend

Angenommen, Sie beenden Ihren Arbeitstag um 17:00 Uhr und das Team hat vereinbart, dass reguläre Chatfragen bis zum nächsten Arbeitstag warten können. Die Person, die dringende Anliegen übernimmt, nutzt bis 20:00 Uhr ein festgelegtes Bereitschaftstelefon. Sie könnten Routinenachrichten im Chat ab 17:00 Uhr stummschalten, den vereinbarten Bereitschaftskanal für die zuständige Person freihalten und sowohl die Reaktionserwartung für den Folgetag als auch den Notfallkanal in den gemeinsamen Teamrichtlinien festhalten. Diese Angaben dienen der Veranschaulichung; nutzen Sie sie nur, wenn sie zu Ihrem tatsächlichen Zeitplan und den Teamabsprachen passen.

Wenn Sie selbst Bereitschaft haben, sieht die Grenze anders aus: Halten Sie den vereinbarten Kanal während der Bereitschaftszeit erreichbar, während Sie Routinekanäle stummschalten, die laut Teamvereinbarung warten können. Stellen Sie zum Schichtende sicher, dass Übergabe und Folgekontakt geklärt sind, bevor Sie Einstellungen ändern. Wenn Unklarheit herrscht, bitten Sie das Team, zunächst die Zuständigkeiten zu klären, anstatt jede Benachrichtigung als Notfall zu behandeln oder ohne Vertretung alles stummzuschalten.

Abschnitt 6

Grenzen bei veränderten Arbeitsbedingungen anpassen

Überprüfen Sie die Vereinbarungen, wenn sich Ihre Arbeitszeiten, Aufgaben, die Teambesetzung oder die genutzten Tools ändern. Eine Einstellung, die für eine Rolle passend war, blockiert womöglich Mitteilungen, die in einer anderen Rolle überwacht werden müssen. Vergewissern Sie sich, dass das Team das reguläre Reaktionszeitfenster und den Notfallweg kennt und dass die Einstellungen auf Ihrem Telefon und in den Arbeits-Apps noch dazu passen. Halten Sie die Grenzen unkompliziert: planbare Abrufzeiten für Routinenachrichten, ein definierter und verlässlich betreuter Weg für vereinbarte Notfälle und Mitteilungen, die genau darauf abgestimmt sind.

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