So lagern Sie alte und neue Fotoabzüge trotz unterschiedlicher Materialien gemeinsam
Wenn Sie ältere Fotografien zusammen mit neueren Abzügen aufbewahren, lagern Sie sie im selben kühlen, stabilen Raum, geben Sie aber jedem Abzug eine eigene, geeignete Schutzhülle. Prüfen Sie zunächst offensichtliche Unterschiede bei Oberfläche, Trägermaterial und Zustand; wählen Sie dann die Verpackung passend für den empfindlichsten Abzug aus, anstatt verschiedene Abzüge lose zusammenzulegen. Diese praktische Methode verringert direkten Kontakt, Abrieb, die Übertragung schädlicher Stoffe von ungeeigneten Materialien und das Risiko, eine Hüllenart zu wählen, die nicht für jedes Verfahren geeignet ist.
Warum unterschiedliche Abzüge separate Hüllen benötigen
Der Begriff „Fotoabzug“ beschreibt Objekte, die durch unterschiedliche Verfahren entstanden sind – mit verschiedenen Bildschichten, Beschichtungen, Trägern und Empfindlichkeiten. Die Library of Congress empfiehlt, die Materialien und das Verfahren einer Fotografie zu bestimmen, bevor man die Aufbewahrungsart wählt. Ein Familienkarton kann einen modernen Farbabzug, einen Schwarz-Weiß-Silberabzug, eine Zyanotypie, einen Digitaldruck oder eine Fotografie aus dem 19. Jahrhundert auf einem brüchigen Kartonträger enthalten; sie sollten keinesfalls automatisch gleich behandelt werden. Library of Congress: Care, Handling, and Storage of Photographs
Einzelne Schutzhüllen oder Mappen bilden eine physische Barriere zwischen den Abzügen und begrenzen den Abrieb, wenn Gegenstände bewegt werden. Zudem ermöglichen sie es, eine Bildfolge gemeinsam in einer äußeren Box aufzubewahren, ohne dass sich die Fotografien direkt berühren. Das Ziel ist nicht, für jede Generation separate Lagerräume anzulegen: Es geht darum, geeignete Primärhüllen auszuwählen und diese geschützten Objekte anschließend in einem stabilen, sauberen Außenbehälter zusammenzufassen.
Beginnen Sie mit einer einfachen Prüfung von Zustand und Material
Schaffen Sie vor dem Umverpacken eine saubere, trockene Arbeitsfläche und begutachten Sie jeden Abzug, ohne Gegenstände zu reinigen oder scheinbar aneinanderklebende Teile gewaltsam zu trennen. Fassen Sie Abzüge nur an den Kanten oder an der Schutzhülle an; vermeiden Sie es, die Bildfläche zu berühren. Versuchen Sie nicht, zusammenhaftende Abzüge abzuziehen, abblätternde Schichten anzuheben, alte Trägerkartons zu entfernen oder Flecken im Rahmen der normalen Aufbewahrung zu behandeln. Die Library of Congress warnt davor, dass selbst weiche Pinsel eine Oberfläche zerkratzen können; sie empfiehlt einen Blasebalg für losen Staub und rät zur Konsultation eines Fotorestaurators, wenn eine bessere Aufbewahrung allein nicht genügt. Library of Congress: Care, Handling, and Storage of Photographs
Erstellen Sie eine kurze Bestandsaufnahme sichtbarer Merkmale: ungefähres Entstehungsdatum (falls bekannt), Farbe oder Schwarz-Weiß, Papier- oder starrer Träger, glänzende oder matte Oberfläche, Brüchigkeit, Wellung, Abblättern, Klebrigkeit oder Anzeichen dafür, dass Abzüge aneinanderhaften. Diese Merkmale helfen dabei, den Bedarf bei der Aufbewahrung einzuordnen, liefern jedoch keine verlässliche Bestimmung des fotochemischen Verfahrens. Wenn die Entscheidung zwischen gepuffertem und ungepuffertem Papier von einem Verfahren abhängt, das Sie nicht bestimmen können, raten Sie nicht: Verwenden Sie eine Hülle, deren Eignung für Fotomaterialien dokumentiert ist, und holen Sie bei wertvollen oder ungewöhnlichen Objekten fachlichen Rat ein.
Als praktische Vorab-Sortierung sollten Sie offensichtlich brüchige, übergroße, kaschierte oder an der Oberfläche beschädigte Abzüge in eine separate Gruppe für „vorsichtige Handhabung“ einordnen. Halten Sie Negative von dieser Abzugsgruppe fern: Manche Negative können mit zunehmendem Alter schädliche Gase abgeben, und die Library of Congress empfiehlt, Negative nach Möglichkeit getrennt von Abzügen aufzubewahren. Library of Congress: Care, Handling, and Storage of Photographs
Wählen Sie die Hülle passend zum jeweiligen Abzug, nicht nach seinem Alter
Achten Sie auf Papier- oder Kunststoffhüllen, die speziell für Fotografien geeignet sind. Nach Angaben der Library of Congress sollten fotosichere Materialien die Anforderungen der ISO-Norm 18902 erfüllen, einschließlich des Photographic Activity Test (PAT); zudem weist sie darauf hin, dass allgemeine Bezeichnungen wie „archivsicher“ für sich genommen noch keine Eignung belegen. Prüfen Sie die Produktspezifikationen des Herstellers, anstatt sich nur auf Verpackungsaufdrucke zu verlassen. Vermeiden Sie PVC-Kunststoff, Pergamin und unaufbereitetes Holzschliffpapier für fotografische Hüllen. Library of Congress: Information Leaflet on the Care, Handling, and Storage of Photographs
Unbeschichtetes Polyester, Polyethylen und Polypropylen werden häufig für geeignete Klarsichthüllen verwendet. Papierhüllen können sinnvoll sein, wenn Sie eine lichtundurchlässige, atmungsaktive und leicht zu beschriftende Barriere wünschen. Eine passgenaue Papiermappe oder -tasche eignet sich daher gut für Abzüge, die selten betrachtet werden, während eine geeignete Klarsichthülle die wiederholte Handhabung bei häufig angesehenen Bildern reduzieren kann. Das NEDCC beschreibt diese Vor- und Nachteile und empfiehlt, Material und Konstruktion der Hülle zu beurteilen und sich nicht nur auf die Bezeichnung zu verlassen. NEDCC: Storage Enclosures for Photographic Materials
Es gibt keine allgemeingültige Regel, dass alte Abzüge grundsätzlich gepuffertes Papier und neuere Abzüge zwingend Kunststoff benötigen. Insbesondere empfiehlt die Library of Congress keine gepufferten Papierhüllen für Zyanotypien, Dye-Transfer-Abzüge oder bestimmte architektonische Reproduktionsverfahren. Wenn für ein bestimmtes Verfahren eine Einschränkung bekannt ist, halten Sie sich daran. Ist das Verfahren unbekannt, wählen Sie eine nachweislich fotosichere Hülle und gehen Sie nicht davon aus, dass eine gepufferte Mappe für jedes Objekt die beste Wahl ist. Library of Congress: Care, Handling, and Storage of Photographs
Sinnvolle Anordnung für gemischte Abzüge schaffen
Für eine gewöhnliche Sammlung empfiehlt sich ein dreistufiges System: eine geeignete Primärhülle pro Abzug, kleine Gruppen dieser Hüllen in beschrifteten Mappen oder Registern und eine fotosichere Box als äußere Aufbewahrung. Fassen Sie zusammengehörige Familien- oder Ereignisserien auf Mappenebene zusammen, trennen Sie jedoch Abzüge mit unterschiedlichem Zustand oder bekannten Verfahren. So bleibt der Kontext erhalten, ohne dass verschiedene Oberflächen direkt aufeinanderliegen.
Angenommen, ein Karton enthält neuere Farbabzüge, ältere Schwarz-Weiß-Abzüge und eine empfindliche Zyanotypie: Geben Sie jeden Abzug in eine eigene, passende Hülle; legen Sie die Zyanotypie in eine ungepufferte, fotosichere Papierhülle, falls dies die gewählte Unterbringung ist, und bewahren Sie sie in einem eigenen, beschrifteten Abschnitt auf. Lagern Sie die Abzüge gemeinsam in einer fotosicheren Schachtel, sofern diese sauber, trocken und passend dimensioniert ist. Dieses Beispiel setzt den verfahrensspezifischen Warnhinweis der Library of Congress bezüglich gepufferten Papiers sowie ihre allgemeinen Hinweise zu Primärhüllen in die Praxis um; es dient nicht dazu, das Verfahren eines unbekannten Abzugs zu bestimmen, und legt keine Spezialhülle für jede Zyanotypie fest.
Wenn Papierumschläge Klebenähte haben, platzieren Sie die Bildseite abgewandt von der Naht. Die Library of Congress weist darauf hin, dass Klebstoffe von Umschlägen zu Verfärbungen oder zum Verblassen von Silberbildern führen können, und empfiehlt, die Bildseite nicht auf die Naht zu legen. Zwängen Sie Abzüge niemals in zu kleine Hüllen oder Mappen und überfüllen Sie die Schachtel nicht: Abzüge dürfen sich weder biegen noch durchhängen oder nur mit starker Reibung entnehmen lassen. Library of Congress: Information Leaflet on the Care, Handling, and Storage of Photographs
Bringen Sie Kennzeichnungen auf der Hülle an, nicht auf dem Bild selbst. Ist eine Beschriftung des Fotos unvermeidbar, empfiehlt die Library of Congress einen weichen Graphitstift auf der Rückseite nahe am Rand; auch das CCI rät zu einem HB-Bleistift für Beschriftungen. Halten Sie Notizen so kurz, dass sie nicht durchdrücken oder die Vorderseite markieren. Verwenden Sie niemals Haftnotizen, Klebeband, Gummibänder, Büroklammern oder Klebstoff, um gemischte Abzüge zusammenzuhalten. Library of Congress: Care, Handling, and Storage of Photographs, Canadian Conservation Institute: Basic Care – Photographic Materials
Kunststoffhüllen nur unter geeigneten Bedingungen verwenden
Eine transparente Hülle erleichtert das Durchblättern, aber Kunststoff ist nicht in jeder Umgebung automatisch die sicherste Wahl. Die Library of Congress warnt, dass Fotoemulsionen bei hoher relativer Luftfeuchtigkeit – insbesondere über 70 % – an Kunststoffhüllen festkleben können, und rät unter unkontrollierten Lagerbedingungen von Klarsichthüllen ab. Sie warnt zudem vor Kunststoff bei Negativen auf Nitrat- oder Acetatbasis; dies betrifft zwar Negative, verdeutlicht jedoch, warum Filmmaterialien identifiziert und getrennt aufbewahrt werden sollten. Library of Congress: Care, Handling, and Storage of Photographs
Vermeiden Sie Kunststoffhüllen bei Abzügen mit abblätternden oder besonders empfindlichen Oberflächen: Elektrostatische Aufladung kann fragile Malschichten oder Bindemittel anheben. Wenn die Luftfeuchtigkeit im Lagerraum schwankt, ist eine fotosichere Papierhülle für viele gewöhnliche Abzüge die vorsichtigere, praktischere Wahl. Wenn Sie Kunststoff verwenden, wählen Sie ein unbeschichtetes, fotosicheres Produkt und kontrollieren Sie den Lagerbereich auf Feuchtigkeit, anstatt einen fragwürdigen Abzug in eine eng anliegende Hülle einzuschließen.
Halten Sie den gemeinsamen Karton und den Raum klimatisch stabil
Die äußere Schachtel kann verschiedene Abzugstypen aufnehmen, solange jeder sicher verpackt ist und die Objekte nicht zusammengepresst werden. Wählen Sie einen kühlen, relativ trockenen und temperaturstabilen Ort, fern von direktem Sonnenlicht, Heizkörpern, Außenwänden, feuchten Kellern und heißen Dachböden. Die Library of Congress empfiehlt als allgemeine Richtwerte 30–50 % relative Luftfeuchtigkeit und höchstens 21 °C (70 °F), wobei die Feuchtigkeitsschwankungen innerhalb von 24 Stunden idealerweise unter 5 Prozentpunkten liegen sollten; sie betont, dass die Temperatur bei Farbfotografien besonders kritisch ist. Diese Richtwerte stammen aus institutionellen Konservierungsempfehlungen und verpflichten nicht dazu, für jeden Haushaltskarton teure Spezialtechnik anzuschaffen. Library of Congress: Care, Handling, and Storage of Photographs
Farbfotografien reagieren laut Canadian Conservation Institute empfindlicher auf hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit als Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Dessen Empfehlungen zur Kühllagerung zielen auf die Langzeitarchivierung ab, insbesondere bei großen Sammlungen; im Privathaushalt sollte man keine improvisierte Tiefkühl- oder vakuumierte Kaltlagerung versuchen, ohne die Risiken durch Kondenswasser und falsche Handhabung genau zu kennen. Geben Sie bei der alltäglichen Aufbewahrung einem stabilen, kühlen Standort den Vorzug und vermeiden Sie abrupte Umweltveränderungen. Canadian Conservation Institute: Care of Colour Photographic Materials
Lagern Sie Abzüge liegend, wenn sie brüchig, aufgezogen oder großformatig sind. Bei stehender Lagerung von stabilen Abzügen sollte die Schachtel so ausgefüllt sein, dass die Objekte aufrecht stehen, ohne sich durchzubiegen oder in sich zusammenzurutschen. Halten Sie die Schachtel von Wasserquellen und Haushaltschemikalien fern und minimieren Sie den Lichteinfall, indem Sie die Abzüge abgedeckt lagern, solange sie nicht betrachtet werden.
Kontrollieren Sie die Aufbewahrung, ohne die Abzüge zu belasten
Prüfen Sie nach dem Umverpacken, ob jeder Abzug eine eigene Hülle hat, diese ohne Knicken des Objekts passt und Beschriftungen den Inhalt kennzeichnen, ohne auf dem Bild zu stehen. Vergewissern Sie sich, dass kein Abzug gegen die offene Oberfläche eines anderen drückt, keine Schachtel überfüllt ist und keine alten klebrigen Albumseiten oder zerfallenden Hüllen mehr mit den Fotografien in Kontakt sind. Überprüfen Sie den Aufbewahrungsort gelegentlich auf Feuchtigkeit, Hitze oder Verschleißerscheinungen der Hüllen.
Wenn ein Abzug an einer Folie, an Glas, an einem anderen Foto oder an einer Albumseite klebt, halten Sie inne, bevor Sie versuchen, ihn abzuziehen oder herauszuschneiden. Wenn die Oberfläche abblättert, ungewöhnlich brüchig ist oder sichtbare Schäden aufweist, stützen Sie das Objekt gut ab und wenden Sie sich an einen Fotorestaurator. Separate Hüllen lösen das alltägliche Problem, unterschiedliche Materialien in einer gemeinsamen Schachtel aufzubewahren; sie können jedoch bestehende Schäden nicht rückgängig machen, nicht jedes Verfahren auf den ersten Blick identifizieren und keine fachgerechte Restaurierung ersetzen, wenn ein Objekt instabil ist.
Die einfachste und zuverlässigste Methode ist: eine Fotografie pro geeigneter Schutzhülle, sortiert nach Handhabungsbedarf in einer gemeinsamen, fotosicheren Schachtel. Richten Sie die Wahl der Hülle nach bekannten verfahrensspezifischen Einschränkungen, vermeiden Sie direkten Kontakt bei ungewissen oder empfindlichen Abzügen und sorgen Sie für einen klimatisch stabilen Lagerort. So bleiben alte und neue Abzüge gemeinsam geordnet, während die verschiedenen Oberflächen und Trägermaterialien individuell geschützt sind.
