So richten Sie Druckmotive über zwei Druckstöcke für einen sauberen Mehrfarbendruck aus
Um zwei separate Hochdruckstöcke passgenau auszurichten, sorgen Sie dafür, dass sowohl die Druckstöcke als auch das Papier auf derselben Passleiste bzw. Passvorrichtung immer wieder dieselbe feste Position einnehmen. Für eine kleine handgedruckte Auflage genügt oft ein einfacher L-förmiger Anschlag; Passstifte und Papierlaschen verbessern die Wiederholgenauigkeit. Machen Sie vor dem Drucken der Auflage Probedrucke und legen Sie das Motiv mit einer leichten Überlappung an den Farbgrenzen an, damit minimale Verschiebungen unauffälliger bleiben.
Was die Passervorrichtung fixieren muss
Als Passer (oder Registrierung) bezeichnet man die exakt wiederholbare Positionierung von Papier und Druckstock, damit jede Farbe genau an der vorgesehenen Stelle landet. Bei einem Druck mit zwei Druckstöcken gibt es zwei potenzielle Fehlerquellen für Verschiebungen: Das Blatt kann zwischen den Druckgängen verrutschen, und die Druckstöcke können relativ zum Blatt unterschiedlich liegen. Ein zuverlässiger Aufbau kontrolliert beides. Eine Passer-Unterlage oder -Schablone kann definieren, wo der Druckstock auf dem Drucktisch und wo das Papier darüber liegt, wie im Hochdruck-Leitfaden der UNSW beschrieben.
Dieser Leitfaden richtet sich an hand- oder pressedruckte Hochdruckgrafiken, die mit zwei separaten Druckstöcken auf Papier gedruckt werden. Er behandelt weder den Siebdruck noch den Druck mehrerer Farben von einem einzigen, schrittweise weitergeschnittenen Druckstock (Verlorener Schnitt). Das Grundprinzip ist in jedem Fall dasselbe: Behalten Sie eine feste Ausrichtung und Positionierung für das Papier bei und tauschen Sie dann die Druckstöcke aus, ohne deren Bildposition zu verändern.
Planen Sie das Motiv rund um die Nahtstellen
Entscheiden Sie vor dem Schneiden, welcher Druckstock welche Formen trägt und wo ihre Kanten aufeinandertreffen sollen. Wenn eine Farbe einen großflächigen Hintergrund bildet und die zweite eine dunkle Kontur oder Details hinzufügt, drucken Sie zuerst die helle Fläche und danach den dunkleren Schlüsselblock (Key-Block). Ein Handbuch für Hochdrucktechniken empfiehlt, die hellsten Farben zuerst zu drucken und mit den dunkelsten zu überdrucken, sowie zu warten, bis eine Schicht vollständig trocken ist, bevor sie überdruckt wird. Die tatsächlichen Trocknungszeiten von Farbe und Papier variieren, beachten Sie daher die Herstellerhinweise und testen Sie Ihre Materialien (Handbuch zu Relief Printing Techniques).
Bei Kanten, die exakt aneinanderstoßen müssen, sollten Sie eine leichte Überlappung in den Entwurf einplanen. Lassen Sie beispielsweise die dunkle Konturlinie minimal über den Rand der Farbfläche ragen, anstatt zu verlangen, dass zwei geschnittene Kanten perfekt auf Stoß liegen. Dies ist eine praktische Maßnahme zur Fehlertoleranz: Eine feine Überlappung kann eine kleine Ungenauigkeit bei der Papierplatzierung kaschieren, während eine gewollte Fuge das Papier hervorblitzen lässt, wenn die Ebenen auseinanderdriften. Die passende Breite hängt vom Motiv und der Linienstärke ab; prüfen Sie dies anhand eines Probedrucks in Originalgröße statt nur auf dem Bildschirm. Eine zweifarbige Linolschnitt-Anleitung betont ebenfalls, dass etwas dickere Konturlinien Spielraum für Passer-Abweichungen bieten (Essdee-Leitfaden für den Zweifarbendruck mit mehreren Platten).
Übertragen Sie dasselbe Referenzbild im selben Maßstab und in derselben Ausrichtung auf beide Druckstöcke. Da der Hochdruck das Bild spiegelverkehrt wiedergibt, überprüfen Sie die Ausrichtung bei Schriften oder asymmetrischen Motiven sorgfältig; der UNSW-Leitfaden weist ausdrücklich auf diese Spiegelung hin. Wenn die Druckstöcke unterschiedlich groß sind, nutzen Sie einen gemeinsamen Bildursprung oder eine einheitliche Referenzkante, anstatt jeden Block separat zu zentrieren. Übereinstimmende Außenmaße sind praktisch, entscheidend ist jedoch die konsistente Positionierung des Motivs.
Wählen Sie ein Passersystem passend zu Ihren Werkzeugen
Verwenden Sie für einen einfachen Handabzug eine feste, ebene Platte und einen L-förmigen Anschlag oder zwei Stopper, die eine Ecke des Papiers fixieren. Fügen Sie einen separaten, passgenauen Rahmen oder Stopper für den Druckstock hinzu, damit dieser nicht wandern oder sich drehen kann. Markieren Sie die Oberkante der Platte und jedes Druckstocks; wird ein Druckstock versehentlich verdreht eingelegt, ist eine exakte Ausrichtung unmöglich. Eine L-förmige Passleiste ist eine der Methoden, die im Hochdruck-Handbuch beschrieben werden.
Für den Drucktisch einer Presse oder größere Auflagen bieten Passleisten mit Passstiften und Papierlaschen (Registration Pins) eine präzisere Wiederholgenauigkeit. Die Papierlaschen rasten bei jedem Durchgang identisch auf den Stiften ein, während ein Rahmen oder feste Anschläge den Druckstock fixieren. Die Anleitung von Hickman Design beschreibt sowohl provisorisch festgeklebte Passstifte als auch eine dauerhaftere, verschraubte Variante sowie einen passgenauen Rahmen, der ein Verrutschen des Linoleums verhindert (Leitfaden zur Einrichtung von Passstiften). Wählen Sie das System, das Sie über die gesamte Auflage stabil und rechtwinklig halten können; teure Ausrüstung kann einen lockeren Druckstock oder eine verrutschende Unterlage nicht ausgleichen.
Eine nützliche Grundregel lautet: Richten Sie Druckstock und Papier an unterschiedlichen, aber zueinander passenden Bezugspunkten aus. Der Druckstock benötigt Anschläge an seinen Kanten; das Papier braucht Stopper oder Passstifte für seine Kante. Gehen Sie nicht davon aus, dass die Außenkanten eines Papierbogens perfekt rechtwinklig sind oder dass handgeschnittene Druckstöcke exakt dieselben Maße haben. Verwenden Sie einen Winkel und ein Lineal zum Anlegen der Vorrichtung und lassen Sie ausreichend Papierrand, damit das Blatt sauber anliegt, ohne dass Stifte oder Laschen in die Druckfläche ragen.
Passervorrichtung vor dem Einfärben bauen und prüfen
Drucken Sie die beiden Farben in einer wiederholbaren Abfolge
Sobald die Vorrichtung erprobt ist, drucken Sie einige Testbögen, bevor Sie Ihr gutes Papier verwenden. Belassen Sie den Druckstock in seinem Rahmen, legen Sie jeden Bogen an dieselben Anschläge oder Stifte an und senken Sie ihn kontrolliert ab, anstatt ihn nach dem Kontakt noch zu verschieben. Halten Sie das Papier beim Reiben mit einem Baren oder Löffel gut fest; lassen Sie an der Presse Druckbett und Passerschablone unverändert. Die Druckanleitung der UNSW betont ebenfalls, wie wichtig es ist, Druckstock und Papier vor dem Drucken exakt an der Passervorrichtung auszurichten.
Drucken Sie die erste Farbe auf alle Bögen. Lassen Sie diese je nach verwendeter Farbe und Papier ausreichend trocknen, bevor der nächste Druckgang erfolgt, falls die zweite Ebene darübergedruckt wird. Achten Sie darauf, dass die Bögen beim Trocknen in der gleichen Ausrichtung bleiben. Setzen Sie für den zweiten Durchgang den zweiten Druckstock in denselben Rahmen ein und legen Sie jeden Bogen wieder an die Papieranschläge an. Versuchen Sie nicht, eine verschobene Farbe durch Verschieben einzelner Bögen nach Augenmaß auszugleichen; dadurch wird aus einem systematischen Fehler nur eine Reihe unberechenbarer Einzelfehler.
Wenn die Farbflächen aneinandergrenzen statt zu überlappen, prüfen Sie einige Probedrucke sehr genau, bevor Sie fortfahren. Ein sauberes Ergebnis auf einem einzelnen Blatt kann rein zufällig sein, wenn Papier oder Druckstock jedes Mal von Hand leicht unterschiedlich positioniert wurden. Achten Sie bei mehreren Probedrucken auf einen durchgehend exakten Kantenübergang; beginnen Sie erst dann mit der Gesamtauflage, wenn das System reproduzierbar funktioniert.
Fehlersuche bei ungenauem Passer
Ist die zweite Farbe auf jedem Bogen in dieselbe Richtung verschoben, deutet dies auf einen festen Einstellungsfehler hin: Möglicherweise wurde das Motiv des zweiten Druckstocks dezentriert übertragen, sein Rahmen fixiert ihn abweichend oder die Papierführung stimmt nicht. Vergleichen Sie die Umrisse der Druckstöcke und die Referenzmarkierungen, passen Sie die Blockanschläge oder die Motivposition an und fertigen Sie einen neuen Probedruck an.
Variieren Ausmaß oder Richtung des Versatzes von Bogen zu Bogen, liegt die Ursache meist in einer Bewegung während des Vorgangs. Prüfen Sie, ob das Papier vollständig anliegt, Laschen oder Stifte locker sind, der Druckstock in seinem Rahmen Spiel hat oder die Grundplatte verrutscht ist. Auch Druckfarbe auf Stiftköpfen oder Laschen kann das exakte Anlegen behindern; die Anleitung für Passstifte empfiehlt, die Stiftköpfe sauber zu wischen, damit die Laschen stets einwandfrei greifen. Nehmen Sie immer nur eine gezielte Änderung auf einmal vor und machen Sie danach eine neue Testreihe.
Wenn der Passer an einer Kante stimmt, zur gegenüberliegenden Seite hin jedoch zunehmend abweicht, liegt das Papier oder der Druckstock möglicherweise schief. Überprüfen Sie, ob die Referenzkanten rechtwinklig sind und das Papier beide Führungsflächen gleichmäßig berührt. Stimmt die Ausrichtung, aber die Farbgrenze wirkt unsauber, kontrollieren Sie den Schnitt und die Überlappung im Motiv: Eine Passervorrichtung garantiert zwar die wiederholgenaue Platzierung der Druckstöcke, kann jedoch Ungenauigkeiten beim Übertragen oder Schneiden der Formen nicht korrigieren.
Nutzen Sie vor der Auflage eine kurze Prüfroutine
Drucken Sie vor der eigentlichen Auflage eine Handvoll Testbögen von der ersten bis zur zweiten Farbe durch. Vergewissern Sie sich, dass die Ränder stimmen, das Papier ohne Haken anliegt und die Druckstöcke in der gleichen Ausrichtung an ihren Anschlägen sitzen. Markieren Sie die Oberseiten von Platte, Rahmen und Druckstöcken, damit der Aufbau nach Unterbrechungen problemlos wiederhergestellt werden kann. Achten Sie bei einem Stiftsystem darauf, dass jede Lasche vollständig greift und keine Farbe in den nächsten Druckgang überträgt.
Halten Sie die praktischen Details schriftlich fest, die die Wiederholgenauigkeit beeinflussen: Welcher Druckstock wird zuerst gedruckt, wie ist jeder Druckstock ausgerichtet, wo liegt das Papier an und erfordert der zweite Durchgang Zwischentrocknung? Solche Notizen sind besonders wertvoll, wenn sich der Druck über mehrere Sitzungen erstreckt. Ein sauberer Zweifarbendruck entsteht dadurch, dass das Motivlayout auf eine stabile physische Führung abgestimmt wird, beide Druckstöcke gegen dieselbe Papierposition getestet werden und Abweichungen direkt an der Ursache behoben werden, bevor weitergedruckt wird.
