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Wie viele Farben sollten Sie für Ihre Notizen verwenden?

Ein praktischer Ausgangspunkt sind **drei Markierungsfarben plus Ihre Standardschrift**: eine für Ideen, zu denen Sie zurückkehren möchten, eine für offene Fragen und eine für Aufgaben. Fügen Sie eine vierte Farbe nur hinzu, wenn Sie wiederholt eine weitere, klar abgegrenzte Kategorie benötigen. Das Ziel ist eine kompakte Legende, die Sie sich merken und einheitlich anwenden können – nicht die größtmögliche Farbpalette.

28. September 20266 Min. LesezeitZeitmanagement & persönliche EntwicklungVon Metlivi Editorial Team
Abschnitt 1

Gibt es die perfekte Anzahl an Farben für Notizen?

Es gibt keine universelle oder offizielle Farbanzahl, die für jedes Notizsystem passt. Die richtige Menge hängt davon ab, was Sie später wiederfinden müssen und wie viel Aufwand Sie in das Markieren stecken möchten. Wer beispielsweise Vorlesungsmitschriften durchgeht, möchte vielleicht Fachbegriffe von Fragen trennen; wer Entscheidungen in Meetings festhält, muss Beschlüsse eher von Folgeaufgaben unterscheiden.

Betrachten Sie **drei Markierungsfarben plus gewöhnliche Tinte als praktischen Startpunkt**, nicht als wissenschaftlich vorgegebene Formel. Das System bietet Ihnen einige nützliche Unterscheidungen, ohne dass Sie für jede Schattierung eine Kategorie erfinden müssen. Wenn Sie nicht erklären können, wofür eine Farbe steht, ohne in eine komplizierte Legende zu schauen, ist das System für den Alltag wahrscheinlich zu groß geworden.

Abschnitt 2

Ein einfaches System mit drei Markierungsfarben

Weisen Sie jeder Farbe genau eine Aufgabe zu und notieren Sie die Legende oben auf der Seite oder an einem festen Ort in Ihrem digitalen Notizbuch. Zum Beispiel:

Sie müssen nicht jeden Satz einfärben. Markieren Sie nur den Teil, der die Information trägt: ein Schlüsselwort, eine kurze Phrase, einen Strich am Rand oder ein digitales Schlagwort. Der [Leitfaden von Cornell zum Lernen mit digitalen Materialien](https://lsc.cornell.edu/learning-from-digital-materials/) warnt davor, dass Markieren ohne klares Ziel den Lernerfolg nicht verbessert. Zwar geht es darin um Studienmaterialien, doch dieselbe Selektivität hilft auch, Notizen später mühelos wiederzufinden.

**Gewöhnliche Tinte:** Erklärungen und alltägliche Details, wie etwa „Die Route hat zwei Abzweigungen.“
**Markierungsfarbe 1:** Ideen zum späteren Nachschlagen, wie etwa „Den Weg am Fluss ausprobieren.“
**Markierungsfarbe 2:** Fragen oder unklare Punkte, wie etwa „Hat die Galerie am Sonntag geöffnet?“
**Markierungsfarbe 3:** Aufgaben und Beschlüsse, wie etwa „Überarbeiteten Entwurf bis Freitag senden.“
Abschnitt 3

Wann sollten Sie eine vierte Markierungsfarbe ergänzen?

Ergänzen Sie eine vierte Farbe dann, wenn Sie wiederholt nach einer eigenständigen Kategorie suchen müssen, die nicht in die bestehenden Farben passt. In einem Projektnotizbuch kann eine eigene Farbe für Quellenangaben sinnvoll sein, wenn diese Referenzen unabhängig von Fragen und Aufgaben überprüft werden müssen. In einem Vorlesungsheft bietet sich eventuell eine eigene Farbe für Formeln an, falls diese oft isoliert wiederholt werden.

Stellen Sie sich vor dem Hinzufügen folgende Fragen:

Wenn Sie die ersten beiden Fragen mit Ja beantworten und die Kategorie trennscharf bleibt, testen Sie die vierte Farbe eine Woche lang. Behalten Sie sie nur, wenn Sie sie tatsächlich aktiv nutzen, um Informationen zu finden oder zu bearbeiten. Andernfalls ordnen Sie die Kategorie einer bestehenden Markierung zu oder nutzen Sie ein Textlabel.

1. **Werde ich gezielt nach dieser Kategorie suchen?** Wenn nicht, bringt eine neue Farbe wahrscheinlich keinen Mehrwert.
2. **Kann ich sie in wenigen Worten beschreiben?** „Zu prüfende Quellen“ ist eindeutiger als „Sonstiges“.
3. **Überschneidet sie sich mit einer anderen Farbe?** Wenn eine Notiz sinnvollerweise beide Farben haben könnte, schärfen Sie zuerst die Definitionen, bevor Sie eine weitere ergänzen.
4. **Funktioniert der Unterschied in jedem verwendeten Format?** Denken Sie an Ausdrucke, Screenshots, Graustufen-Kopien und die Farbauswahl in Ihrer Notiz-App.
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Ein Schnelltest: Ist Ihre Farbpalette zu groß?

Werfen Sie einen Blick auf eine Notizseite der letzten Tage, ohne die Legende zu Hilfe zu nehmen. Wenn Sie sofort wissen, was die Markierungen bedeuten, lässt sich das System leicht merken. Müssen Sie mehrere Farben nachschlagen, bedeuten zwei Farben fast dasselbe oder zögern Sie beim Markieren eines normalen Satzes, vereinfachen Sie die Palette.

Eine bewährte Regel lautet: Geben Sie jeder Farbe über das gesamte Notizbuch oder Projekt hinweg eine feste Bedeutung. Wenn sich die Bedeutung einer Farbe von Seite zu Seite ändert, lassen sich ältere Notizen viel schwerer überfliegen. Ändern sich Ihre Anforderungen, passen Sie die Legende an und markieren Sie den Wechsel deutlich – verlassen Sie sich nicht darauf, dass Sie sich später daran erinnern.

Abschnitt 5

Farbcodierung in gedruckten und digitalen Notizen wirksam einsetzen

Machen Sie Farbe nicht zum einzigen Merkmal für wichtige Informationen. Kombinieren Sie sie mit einem Wort, Symbol, einer Überschrift oder Formatierung – schreiben Sie beispielsweise „AUFGABE“ neben eine markierte To-do-Zeile oder setzen Sie ein Fragezeichen vor eine offene Frage. Das hilft, wenn Seiten schwarz-weiß gedruckt werden, Farben schwer zu unterscheiden sind oder eine Notiz auf einem anderen Display geöffnet wird. Die [W3C-Richtlinie zur Nutzung von Farbe](https://www.w3.org/WAI/WCAG22/Understanding/use-of-color.html) betont, dass Farbe nicht das einzige visuelle Mittel zur Informationsvermittlung sein sollte; dieses Prinzip ist auch eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme für Notizen, die Sie in unterschiedlichen Kontexten lesen müssen.

In digitalen Notizen können Textlabels oder Tags als Ersatz dienen, falls Farbe einmal nicht verfügbar ist. Verwenden Sie bei handschriftlichen Notizen eindeutige Zeichen wie ein Kästchen für eine Aufgabe oder ein Fragezeichen für Unklarheiten. Platzieren Sie die Legende gut sichtbar, insbesondere wenn Sie Notizen erst nach längerer Zeit wieder zur Hand nehmen.

Abschnitt 6

In fünf Minuten eingerichtet und überprüft

Diese Überprüfung ist wichtiger, als von Beginn an die perfekten Farben zu wählen. Das Learning Strategies Center der Cornell University beschreibt das Cornell-Notizsystem als einen Ansatz unter vielen und ermutigt dazu, Methoden auszuprobieren, um das Passende für die jeweilige Situation zu finden. Der [Cornell-Leitfaden für Notizen](https://lsc.cornell.edu/how-to-study/taking-notes/cornell-note-taking-system/) bietet eine strukturierte Vorlage, gibt jedoch keine feste Farbanzahl vor. Farben können die gewählte Struktur sinnvoll ergänzen.

1. **Wählen Sie ein Notizbuch, ein Fach oder ein Projekt aus.** Richten Sie die Legende an den Inhalten aus, die Sie genau dort später wiederfinden müssen.
2. **Starten Sie mit drei Markierungsfunktionen.** Halten Sie Details in der normalen Schrift fest und weisen Sie Farben für wichtige Ideen, Fragen und Aufgaben zu – oder wählen Sie Kategorien, die besser zu Ihrer Arbeit passen.
3. **Schreiben Sie die Legende an einen gut sichtbaren Platz.** Notieren Sie sie vorn im Heft, in einer Seitenvorlage oder in einer angepinnten Notiz.
4. **Nutzen Sie die Farben beim normalen Mitschreiben.** Markieren Sie gezielt; halten Sie nicht an, um jede einzelne Zeile einzuordnen.
5. **Überprüfen Sie das System nach einigen Einheiten.** Achten Sie darauf, wonach Sie gesucht haben, was schwer unterscheidbar war und welche Markierungen ungenutzt blieben. Führen Sie überlappende Funktionen zusammen oder ergänzen Sie genau eine klar umrissene Kategorie, falls echter Bedarf besteht.
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Das praktische Fazit

Beginnen Sie mit **drei sinnvollen Markierungsfarben** plus Ihrer gewohnten Schriftfarbe. Ergänzen Sie eine vierte nur für eine wirklich eigenständige Kategorie, die Sie häufig gezielt heraussuchen müssen. Wenn die Legende schwer im Kopf bleibt oder sich Kategorien überschneiden, reduzieren Sie sie. Ein kompaktes, einheitliches System, das sich schnell überfliegen lässt, bringt weit mehr als eine umfangreiche Farbpalette, die den Schreibfluss bremst.

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